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06.02.2010: Der ICE bringt mich in einer knappen Stunde vom Bahnhof Köln-Deutz zum Frankfurter Flughafen. Bin noch relativ ruhig, aber auch ziemlich angespannt; immerhin liegen noch mehr als 20.000 km vor mir … Aber da muss ich jetzt durch! Die Bewegung des Zugs macht mich ein wenig schläfrig, und ich denke darüber nach, wie das alles angefangen hat …
Schon vor einigen Jahren hatte ich Kontakt aufgenommen zu Jürgen Schubach, einem ehemaligen Rechtsanwalt aus Köln und damaligen “Festkommitee-Präsident Kölner Karneval” in Christchurch / NZ, der mich fragte, ob es möglich sei, Kölner Karnevalisten für einige Auftritte in Neuseeland zu begeistern. Prinzipiell kein Problem, wenn man davon Abstand nimmt, die Kölner Topkräfte dafür zu begeistern. Also wurden Künstler in Köln angesprochen, die hier - wie man in Köln sagt - „in der zweiten Reihe stehen.“ Leider klappte das Projekt nicht; es lag an den mangelnden Sponsoren in Neuseeland. Dennoch blieb ich mit Jürgen Schubach privat weiter in Kontakt, um meinen sehnlichsten Wunsch, doch vielleicht einmal über den großen Teich nach Neuseeland zu kommen, in die Tat umsetzen zu können. Über ihn erhielt ich im Herbst 2008 auf Anfrage, wer wohl in Neuseeland eine Trekkingtour durchführe, Infomaterial von Sidetracks Tours. Dort suchte ich mir die Tour „Naturwunder Neuseeland“ aus. Mitten im „Neuseeländischen Sommer“ also im Februar 2010 (oh je … Karnevalszeit in Köln!) soll es losgehen. “Trekking” bezeichnet ja das Zurücklegen einer längeren Strecke mit Gepäck über einen längeren Zeitraum und unter weitestgehendem Verzicht auf eventuell vorhandene Infrastrukturen. Meist zeichnen sich Gebiete für Trekking-Touren durch Zivilisationsferne und nicht vorhandene bis spärliche Besiedlung aus. Soweit dazu “Wikipedia”! Ich hole mir sicherheitshalber Ratschläge bei einem Physiotherapeuten ein, der mich darüber aufklärt, dass ich noch ein wenig mehr mit meinen Muskeln machen muss. Na, das sind ja Aussichten! Zutrauen habe ich ja … dass ich das schaffe … aber wie sieht die Wirklichkeit aus? Na ja, im “Dschungelcamp” ist schließlich jemand mit 78 Jahren „Dschungelkönigin“ geworden. Also warum soll man sich so eine tolle Tour mit 61 Jahren nicht zumuten? Dann - im Januar 2010 - die Karnevalssitzungen bei meiner Gesellschaft, der KG Fürstenberg in Stammheim waren sehr anstrengend, da glaubte ich, jeden einzelnen Knochen zu spüren … was wird dann wohl während der Wanderungen auf mich zukommen? Halte ich durch? Oder gehe ich gnadenlos unter? Aber die Tour verspricht unglaublich viel. So gehe ich mal wieder in mich und suche die Lust in mir, das alles erfahren und erleben zu wollen, denn ich werde das wohl nie wieder sehen können. Ich werde ein interessantes Land kennenlernen. Als Großstadtmensch möchte ich natürlich insbesondere die Natur und die dort lebenden Tiere sehen und bestaunen. Drei Wochen vor der Abreise habe ich verschiedene Rucksäcke und Reisetaschen gepackt, um zu testen was mit muss und was wichtig ist für die Reise. Ich habe knappe 20 kg Gepäck. Komisch, diese letzten Wochen schienen langsamer vorbei zu gehen als die Vorwochen … so wenige Tage noch und doch noch so weit fort ...
Jetzt - zu Beginn der Reise - spüre ich eine sonderbare Anspannung in mir, ich sag’ mal so … da ist ein wenig Angst vor dem Ungewissen, dann der lange Flug ... 24 Stunden, im Kopf vor mir sehend … Neuseeland, aber alles noch so unwirklich. Es ist 10:00 h, und ich habe den Frankfurter Flughafen erreicht. Ich checke ein und begebe mich zum Sicherheitsbereich. Alles problemlos!? Den Anweisungen folgend gehe ich Richtung B60 - kreuz und quer durch die Hallen. Bis ... ja, bis ich erneut vor einer Sicherheitsschleuse stehe. Was für ein Aufwand - aber ich lasse alles klaglos über mich ergehen, obwohl es schlimmer ist als beim ersten Mal. Es piepst überall - Hektik angesagt. Dann muss ich auch noch 150 ml Spray dalassen. Hätt’ ich dran denken können! Endlich im Wartebereich, sehe ich auch andere Neuseelandreisende mit ihren Rucksäcken. 14:45 h Abflug nach London /Heathrow, wo wir um 14:05 h ankommen(?): Zeit gewonnen! Ja, die Briten haben keine “Winterzeit”. Jetzt stoßen auch noch weitere Neuseelandreisende dazu. Großes “Hello”! Beim Zoll habe ich Schwierigkeiten mit meinem Online-Visum für die USA. Meine Passnummer stimmt nicht mit dem Eintrag auf dem Antrag überein, ist das lustig(?), denn die Passnummer stimmt, es ist nur eine Zahl mehr vorhanden! Aber egal, alles findet schließlich eine Lösung. Auf geht’s! Um 15:25 h ”Take-off” mit Air New Zealand über den “großen Teich” mit Zwischenlandung auf dem LA International Airport nach Auckland - einmal um den halben Erdball!
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