Mein Hobby: Reisen

Neuseeland 2010

Naturwunder Neuseeland

Das schönste Ende der Welt…

Ankunft Südinsel am Ort Picton!!!

Reisebericht von Kurt Freischläger
(Reisezeit vom 6.2.bis 11.3.2010) von der Vorbereitungszeit seit 2006 bis 2010

Vorbereitung:

Karneval 2009, schon wieder nagt es in mir, das Fernweh, ich werde aber durch einige Karnevalsauftritte abgelenkt.
Doch nach Karneval interessiere ich mich wieder stärker für ein neues Land. Neuseeland. Denn, angeregt durch einen Zeitungsartikel im Kölner Express 2006, informierte ich mich über den Karneval in Neuseeland.
Also nahm ich Kontakt auf und telefonierte bzw. mailte  mit dem Festkomitee-Präsidenten Kölner Karneval in Neuseeland, Jürgen Schubach, der mich fragte, ob es möglich sei, Kölner Karnevalisten für einige Auftritte in Christchurch / Neuseeland zu begeistern. Prinzipiell kein Problem, wenn man davon Abstand nimmt, die Kölner Topkräfte dafür zu begeistern. Also wurden Kräfte in Köln angesprochen, die hier, wie man in Köln sagt, „in der zweiten Reihe stehen.“

Leider klappte das Projekt nicht, es lag an den mangelnden Sponsoren in Neuseeland.

Dennoch blieb ich mit Jürgen Schubach privat weiter in Kontakt, um meinen sehnlichsten Wunsch, doch einmal über den großen Teich nach Neuseeland zu kommen, in die Tat umsetzen zu können.
Über Jürgen Schubach, erhielt ich im Herbst 2008 nach Anfrage, wer wohl in Neuseeland eine Treckingtour durchführt, Infomaterial von Sidetracks Tours.

Dort suchte ich mir die Tour „Naturwunder Neuseeland“ aus.
Mitten im „Neuseeländischen Sommer“ also im Februar 2010 (oh je … Karnevalszeit in Köln!)  soll es losgehen.

Ausgangspunkt wird Auckland sein, dann vier Wochen lang mit dem Zelt durch die Natur von Neuseeland: Ich glaube, das wird spannender als das Dschungelcamp. Dort ist ja jemand mit 78 Jahren „Dschungelkönigin“ geworden. Also warum soll man sich so eine tolle Tour mit 61 Jahren nicht zumuten.“

Ich hole mir Ratschläge bei einem Physiotherapeuten ein, der mich darüber aufklärt, dass ich noch ein wenig mehr mit meinen Muskeln machen muss. Na, das sind ja Aussichten! Zutrauen habe ich ja … dass ich das schaffe … aber wie sieht die Wirklichkeit aus?

Jetzt – im Januar 2010 – die Karnevalssitzungen bei meiner Gesellschaft, der KG Fürstenberg Köln-Stammheim, waren sehr anstrengend, da merkte ich jeden Knochen … was wird dann wohl während den Wanderungen auf mich zukommen? Halte ich durch? Oder gehe ich gnadenlos unter?
Die Tour verspricht viel.  Dann gehe ich mal wieder in mich und suche die Lust in
mir,
das alles sehen und erleben zu wollen, denn ich werde das wohl nie wieder sehen können.

Dann merke ich eine sonderbare Anspannung in mir, ich sag’ mal so … da ist ein wenig Angst vor dem Ungewissen, dann der lange Flug … 24  Stunden, im Kopf vor mir sehend … Neuseeland, aber alles noch unwirklich.

Im November 2009 informierte mich Angelika, die Veranstalterin der Tour, über Einträge der Reise bei Facebook.
Drei Wochen vor der Abreise packe ich nun verschiedene Rucksäcke und Reisetaschen, um zu testen was mit muss und was wichtig ist für die Reise.
Drei Wochenso wenige Tage noch und doch noch so weit fort.

02.02.10:  Nur noch 4 Tage bis zum Start!
Meine Güte, langsam werde ich unruhig und fiebere förmlich der Reise entgegen. Die Reisetasche ist vollgepackt, alles ging rein, und ich habe knapp 20 kg Gepäck.
Komisch, diese letzte Woche scheint langsamer vorbei zu gehen als die Vorwochen.

Die Reiseunterlagen liegen mir vor…. und ich sehe lange Flugstunden vor mir.
Abfahrt mit dem ICE ab Köln > Richtung Frankfurt; 12:25 h mit der Lufthansa nach London;
15:25 h Abflug mit Air New Zealand nach Auckland mit Zwischenlandung in Los Angeles.
Dann habe ich knapp 30 Stunden incl. Wartezeit hinter mich gebracht.
Montagmorgen Neuseeländischer Zeit (Das ist hier die Nacht auf Montag!) gegen 7.00 Uhr werden wir landen. Dann beginnt das Abenteuer, und ich sehe Sonne und keinen Schnee wie hier in Köln.
„ Nä, wat es dat schön!“ (Das ist Kölsch!)

Übrigens….. Auckland: 37°   0’ 29” südlicher Breite   –    127° 47’ 30” östlicher Länge
Köln: 50° 56’ 33” nördlicher Breite  –     06° 57’ 32” östlicher Länge
Momentane Zeitzonen Differenz: UTC/GMT +13 Stunden Fortsetzung folgt!
Und ich hoffe, dass ich dazu nach Möglichkeit irgendwo ein Internet-Café finden werde.


06.02.10:
Koertis’s on the road again!
Es ist10:00 Uhr, und ich habe den Frankfurter Flughafen erreicht.
Ich checke ein und begebe mich zum Sicherheitsbereich. Alles problemlos! Den Anweisungen folgend gehe ich Richtung B60 – kreuz und quer durch die Hallen. Bis … ja, bis ich wieder vor einer Sicherheitsschleuse stehe.
Was für ein Aufwand – aber ich lasse alles klaglos über mich ergehen, obwohl es schlimmer ist wie beim ersten Mal. Es piepst überall – Hektik angesagt. Dann muss ich auch noch 150 ml Spray dalassen. Hätt’ ich dran denken können!
Endlich im Wartebereich, sehe ich auch andere Neuseelandreisende mit ihren Rucksäcken.
14:45 h Abflug nach London, wo wir um 14:05 h ankommen (?): Zeit gewonnen! Ja, die Briten haben keine “Winterzeit”.
Jetzt stoßen auch noch weitere Neuseelandreisende dazu. Großes “Hello”!
Beim Zoll habe ich Schwierigkeiten mit meinem Online-Visum für die USA. Meine Passnummer stimmt nicht mit dem Eintrag auf dem Antrag überein, das ist lustig, denn die Passnummer stimmt, es ist nur eine Zahl mehr vorhanden! Aber egal, alles findet schließlich eine Lösung. Auf geht’s!


8.02.10:
Touchdown!
Nach 21.000 Flugkilometer kommen wir am 08.02. morgens um 07:00 Uhr in Auckland an.
Stadtrundfahrt, Besprechung und Einchecken in einem ”Bed und Breakfast”
Abends, Essen in einem Pub,  Kennenlernen der Teilnehmer.
Am 09.02.10 beginnt die große Tour auf die Halbinsel Coromandel bis nach Port Jackson. Dort bleiben wir zwei Nächte. Es ist ein einfacher Campingplatz, erfüllt aber seine Zwecke.
Am 10.02.10 steht eine 7-Stunden-Wanderung an. Die Bilder,  die ich dort mache,  entschädigen für alles, obwohl ich große Schmerzen habe: immer wieder “Berg rauf und Berg runter”.

Am 11.02.10 wird zusammengepackt, und es geht nach “Waitomo Caves”. Moment mal, da fällt mir ein ……..>>
11.02.: Februar – Donnerstag in Köln – da war doch noch was??? Ja, ist das nicht “Weiberfastnacht / Wieverfastelovend” in Köln?  Ja doch,  ja, … nicht vergessen, aber  … es steht ein “Black Water Rafting” in einer Höhle an, mit Millionen von Glühwürmchen. Mit Neoprenanzug und Helm, im Arm einen Reifen, geht es für drei Stunden in diese Höhle. Zwei Wasserfälle werden überwunden, Angst ja, der Adrenalinspiegel steigt.
Morgen, am 12.02. geht es zu den Māori. Aufführungen –  und etwas über deren Kultur erfahren.

12.02.10: „Te Whakarewarewatanga op te ope taua a Waehiao“

Am heutigen Morgen werden wir wach, und es ist dichter Nebel auf dem Campingplatz.
Das Zelt wird nass eingepackt und dann geht es Richtung Rotorua. In dieser Stadt leben die meisten Māori. Wir bauen unser Zelt auf, essen eine Kleinigkeit, und dann geht es zum
„Te Whakarewarewatanga op te ope taua a Waehiao“

(Versammlungsort der Krieger von Waehiao)

Wir besuchen zuerst ein Konzert, dann geht es durch die Pampas, überall brodelt es, Wasserfontänen schießen in die Luft und es riecht nach Schwefel.
Dennoch oder gerade deswegen wird es mir in besonderer Erinnerung bleiben. Eine wunderbare Wanderung mit immer wieder neuen Eindrücken, welche die Natur uns bietet.
Dann sind wir im Tongariro Nationalpark – zwei große Wanderungen stehen zur Wahl: eine alpine und eine etwas leichtere. Ich nehme – die leichtere – sie dauert zwar auch sieben Stunden, ist aber nicht ohne!

Wir sehen den Ngauruhoe (Schicksalsberg aus dem “Herrn der Ringe”!) Immer wieder greife ich zum Fotoapparat, denn die Natur zeigt uns alles, was sie zu bieten hat. Auch den Ruapehu, einen Vulkan, der zuletzt 2007 einen Ausbruch hatte.
Ein recht windiger aber wunderbarer Tag!
Es folgen noch vier Tage, dann geht es rüber auf die Südinsel.

15.02.10: Republik Whangamomona

Am 15.02. packen wir unsere Zelte wieder im Regen. Es geht nach Startford an der Westküste der Nordinsel. Wir fahren über den “Forgotten World Highway” Nr. 43 und erreichen die “Republik Whangamomona”, wo wir einen Einreisestempel in den Pass bekommen. Mehr dazu später.

Das Land rechts und links des Highways ist das “Auenland”; ein fruchtbares Weideland mit Schafen und Kühen.,,

Nach einer Übernachtung im Zelt wandern wir am folgenden Tag zum Taranaki / Mount Egmont, einem erloschenen Vulkan. Ganz schön anstrengend – über sechs Stunden durch subtropischen Wald!

Am Aschermittwoch ( … ist hier nicht alles vorbei … !) morgens um 04:45 h heißt es Zelte abbauen, denn wir müssen um 12:00 h in Wellington sein.

Ein Schiff bringt uns in knapp vier Stunden zur Südinsel.

17.02.10: Südinsel

Ankunft auf der Südinsel um 16:45 h nach über 3 Stunden Überfahrt. Der Ort heißt Picton. Weiter geht’s zum Abel Tasman National Park. Dort schlagen wir gegen 21:45 h unsere Zelte auf. Tags darauf fahren wir mit dem Wassertaxi in eine entlegene Bucht und wandern den weiten Weg zurück. 6 Stunden teils durch Wald teils am Strand entlang – sehenswert wie eigentlich alles in diesem fantastischen Land.
Mal regnet es, mal scheint die Sonne. Hier oben im Norden der Südinsel ist das Wetter ziemlich unbeständig.
Einen Tag später heißt es ….. mit dem Kajak auf dem Tasmanischen Meer. Das Wetter spielt mit, die Sonne scheint, aber starker Wind schiebt hohe Wellen vor sich her. Trotzdem geht es raus!!!! Ich sitze vorne und navigiere, meine Mitstreiterin bedient das Ruder.
Die erste Welle fasst mich voll und ich bin nass wie ein Hund – und meine Wasserflasche verschwindet im Meer.
Soviel zur perfekten Navigation auf bewegter See. Dafür entschädigen mich die Landschaft und ein tolles Meer. Cool und relaxed passieren wir einsam gelegene Buchten.
In einer wird zu Mittag gegessen. Dann heißt es auch hier wieder … vorwärts, wir müssen zurück. Dazu bilden wir mit den Kajaks nebeneinander eine Front … spannen ein Segel und lassen uns vom Wind über die Wellen tragen.
Wiederum geht ein unvergesslicher Tag zu Ende.


22.02.10:
Te Moeka o Tuawe” und  “Kā Roimata o Hine Hukatere”
Ankunft Um 8:00 h stehen wir auf dem Hubschrauberplatz des “Fox-Gletscher-Fluges”. Kurz darauf kann ich als “Copilot” neben dem Piloten Platz nehmen, und schon schwebt der Heli langsam und sanft in die Höhe.
Schon bald passieren wir die Steilwände der hier noch grünen Berge. Das Gebiet gehört zu den Nationalparks der Südinsel, die unter dem Namen Te Wāahipounamu (Jadeort) zusammengefasst sind. Das ähnlich klingende Te Waipounamu (Jadewasser) bezeichnet die neuseeländische Südinsel.
Plötzlich haben wir den Fox Gletscher (Māori: Te Moeka o Tuawe) mit seinen inzwischen schon stark verkürzten Ausläufern vor Augen. Ich fotografiere wie wild, um alle erdenklich guten Motive aufs Bild zu bekommen.
Immer höher steigt der Hubschrauber; es überkommen mich ungeahnte Glücksgefühle, so etwas erleben zu können.
Weitere Gipfel werden angeflogen; dann kommt in der Ferne der Franz-Josef-Gletscher
(Māori: KāRoimata o Hine Hukatere) mit seinen über 3.500 m ins Blickfeld. Wir gehen tiefer und landen auf einem großen Schneefeld. Der Pilot erklärt uns die Örtlichkeit und die Umgebung. Gigantische Höhen überragen uns, und wir lassen uns vor dem Gletscher fotografieren.
[Dazu eine kurze Bemerkung in eigener Sache: Die eigenen Fotos von der Tour werde ich erst nach meiner Rückkehr zeigen können!]
Ein (sehr mutiger?) Mitreisender erkundigt sich vor dem Rückflug nach einigen “gewagteren” Flugmanövern, was der Pilot schließlich auch zusagt. Also steigen wir
ein, nicht ohne einen “Gletscherstein” aus dieser Höhe (immerhin gut 2000 m) als Souvenir mitzunehmen.
Der versprochene “Schwenkflug” beginnt, als kurz vor uns ein schmaler Canyon auftaucht. Wer den “Krieg der Sterne” gesehen hat, weiß, wovon ich spreche. Das Gefühl, dass die Rotorblätter jeden Moment gegen die Felsen schlagen, bewahrheitet sich – Gott sei Dank – nicht!
So landen wir denn 10 Minuten (oder eine Ewigkeit?) später in der Nähe des Franz-Josef-Gletschers, um mit wieder Boden unter den Füßen eine Wanderung zu beginnen.


24.02.10:
Queenstown und ein “pochendes Herz”
Wir sind in Queenstown. Die phantastische Tour geht jetzt schon langam ihrem Ende entgegen. Aber … da gibt es doch noch Einiges, was den Adrenalinspiegel in die Höhe treibt. Queenstown ist nämlich ein Zentrum des Abenteuertourismus. Skifahren, Jetboot-Fahren, Bungeespringen, Mountainbiking und Wandern sind die Hauptaktivitäten. Unterwegs von der Westküste aus haben wir unter anderem einen Zwischenstopp an einer legendären Brücke (Kawarau Bridge) eingelegt, von der aus man “Bungeejumpen” kann; ein unglaubliches Schauspiel. Und ich … ich will mehr!
Morgen werde ich – oder doch nicht(?) – sehr wahrscheinlich – wenn der Mut den alten Koertis nicht verlässt – aus 5000 Metern (fünftausend!) einen Tandemsprung mit dem Fallschirm wagen.
Ob ich wohl danach noch davon berichten kann? Wenn Ihr nichts mehr von mir hört, dann war’s das – aber runter gekommen sind bisher noch alle, oder etwa nicht? Seltsamerweise hat schon jetzt mein Herzschlag einen etwas merkwürdigen Rhythmus angenommen …
Morgen werden wir – und vor allem ich – sehen, was alle wissen wollen: Packt der Koertis das???


25.02.10:
Sprung ins Nichts?!
Bin maßlos enttäuscht wie ein Kind, das sein Eis nicht bekommen hat.
Aber von vorne! Pünktlich um 8:20 h stehen wir im Büro, um den Tandemsprung unter Dach und Fach zu bekommen. Formulare werden ausgefüllt. Dann … kommt eine nette Dame und verkündet, dass der Sprung wegen zuviel Wolken und Windturbulenzen ausfallen muss!!!!!!
So ein Mist … da kann man, will man und darf nicht!
Auch 2 Stunden später geht es noch nicht, obwohl das Wetter sich hier fast stündlich ändert – aber diesmal eben nicht. Es sollte das Erlebnis überhaupt für mich werden – und nun so ein Pech. Aber ich denke, auch der Mut allein schon zählt, schließlich war ich fest entschlossen und hätte auch keinen Rückzieher gemacht.
Es geht weiter Richtung Süden, Richtung Milford Sound(Piopiotahi in der Sprache der Māori).Wir machen einen 3 Stunden-Zwischenstopp auf einer Schaffarm. Nach dem freundlichen Empfang sehen wir eine Schafschur … eine schwere Farmarbeit, wie wir vom Boss zu hören bekommen. Dann besichtigen wir mit zwei Autos seine 320  Hektar Land mit Rotwild, Kühen und eben Schafen. Am Abend kommen wir  in Te Anau am Tor zum Milford Sound an und bauen unsere Zelte auf.

26.02.10: Doubtful Sound
Alle Männer der Gruppe und eine Frau mussten im Camp bleiben, da Krankheit oder auch eine gewisse Apathie die Teilnahme an der geplanten Wanderung verhinderte. Trotz meiner Beschwerden haben eine andere Mitreisende und ich eine Tagestour zum “Doubtful Sound” gemacht, einem tief im Süden gelegenen bemerkenswerten Teil Neuseelands, von der Unesco zum Weltnaturerbe ernannt: “Te Wahipounamu”. Ein “wildes” Land rundum; spektakuläre Örtlichkeiten, wo man die Natur förmlich spüren kann.
Los ging es in Manapouri, am gleichnamigen Lake, mit einer tollen Bootsfahrt vorbei an den vielen Inseln. Dann wieder in einen Bus, mit dem wir zu einem Wasserkraftwerk fuhren, das 200 Meter unter dem See liegt. Dafür mussten wir mit dem Bus tief in den Berg hineinfahren.
DerDoubtful Sound, an seiner tiefsten Stelle 430 Meter tief, ist der zweitgrößte Fjord von insgesamt 14. Er verfügt über drei Arme: Hall, Crooked und First Arm, in dem sich u. a. auch Delfine tummeln, die wir natürlich  gesehen haben. Hohe Bergmassive steigen rechts und links vom Sound hoch und man sieht manchmal weißes Gestein … Kalksandstein! Dazwischen einen “gemäßigten” Regenwald, ein Wald-Ökosystem, das sich durch einen besonderen Wasserhaushalt auszeichnet. Die Abgrenzung zum tropischen Regenwald ist durch seine Lage in gemäßigten Klimazonen gegeben.
Das Fjordland ist das Zuhause von Robben, Delfinen und Pinguinen. Es ist einfach ein tolles Erlebnis, in dieser Natur sein zu können und zu sehen, was man sonst allenfalls im Zoo sieht.
Der Fjord endet im Tasmanischen Meer, wo auf felsigen Inseln das Zuhause der Robben ist. Sie liegen dort faul in der Sonne, um sich zu „bräunen“ (?) oder doch einfach nur um auszuruhen.
Naturreise in Neuseeland … am anderen Ende der Welt … ich bin restlos begeistert.
Ab dem Samstagabend werden wir 2 Nächte bei Gastfamilien untergebracht sein, um danach als vorletzte Station zum Mt. Cook (Aoraki), dem mit 3754 Metern höchsten Berg Neuseelands, zu fahren. Dann geht’s nach Christchurch(Ōtautahi, benannt nach einem Häuptling der Māori)an die Ostküste.


27.02.10:
Piopiotahi(Milford Sound)
Immer noch bin ich schwer enttäuscht wegen des entgangenen Fallschirmsprungs, aber diese “Trauminsel” Neuseeland mit ihren vielen Facetten der Natur und den Tieren, die man nirgendwo anders zu sehen bekommt, tröstet doch über alles andere hinweg.
Zwei Tage konnten wir uns nun ausruhen und die Gegend unsicher machen. Jetzt sind wir bei einer Gastfamilie, die uns sehr nett aufgenommen hat. John, so heißt der Gastgeber, hat auch bei “Herr der Ringe”  mitgearbeitet, d. h. er schaute, dass der Nationalpark wieder so verlassen wurde, wie er angetroffen worden war. Das Filmteam bedankte sich bei ihm mit einem Plakat inkl. Widmung.
Am Sonntag, dem 27.02., hörten wir am Morgen im Radio eine Tsunami-Warnung wegen des Erdbebens in Chile. Dieses Frühwarnsystem hat gut funktioniert … aber der Tsunami hat Neuseeland nur sehr abgeschwächt erreicht, so konnten wir den Milford Sound anfahren.
Kapitän Cook hat den Fjord nicht auf Anhieb gefunden und ist zweimal an ihm vorbei gefahren …wir hatten mehr Glück, wir haben ihn gefunden … bei Sonnenschein los – und Ankunft im Regen! Wir haben einen Tag von 180 Regentagen im Milford erwischt. Alles lag mehr oder weniger im Nebel. Trotzdem sind wir raus, um die vielen Wasserfälle zu bestaunen, die es dort gibt.
In den letzten 2 Millionen Jahren gab es 12 größere Vergletscherungsphasen. Beim Rückzug der Gletscher überflutete das Meer das Milford Tal und formte so einen Fjord. Die Gletscher hinterließen zudem steile Klippen und terrassenförmige Täler sowie spektakuläre Wasserfälle.
Morgen geht es Richtung Mount Cook; mal sehen, was die letzten Tage noch so bringen.
Bisher habe ich mehr als 1500 Bilder zusammen, damit kann ich dann zu Hause ein richtiges “Gesamtbild” meiner Tour zusammenstellen. Darauf freue ich mich schon jetzt, und auch das lenkt ein wenig ab von der ach so bösen Enttäuschung über den verpassten Sprung …………..
Kann man das eigentlich nicht auch in Deutschland nachholen???

28.02.10: Portobello / Dundin
Wir sind in Portobello, einem kleinen Dorf auf der Otago-Halbinsel bei Dundin. Heute Abend geht es auf Pirsch. Wir werden abgeholt und fahren an die Küste, um dort “Yellow-eyed” Pinguine (Gelbaugenpinguine werden circa 60 cm groß und haben ein Gewicht von 5 bis 8 kg. Den Kopf umgibt ein hellgelber Streifen, ausgehend von den Augen. Bei den Māori werden sie ‘Hoiho’ -noise shouter- genannt.), Robben, Seehundkolonien und die nördlichen “Royal” Albatrosse zu beobachten. (Diese Art wird zwischen 120 und 130 cm groß, erreicht eine Flügelspanne von über 3 Metern und wird etwa 7 kg schwer. Im Gegensatz zur südlichen Spezies zu erkennen an den dunklen Flügeldecken.)
Erste Anlaufstadion: zwei Robbenfelsen mit einer Kolonie Robben, die sich dort im Südpazifik auf dem Felsen aalten. Einfach toll, diese Tiere in Freiheit zu sehen. Die Hierachie war deutlich zu erkennen … Kindergartenbecken, dann die einzelnen Tieren an ihren wohl reservierten Plätzen, die ab und an schon mal grantig anderen Robben gegenüber geworden sind.
An einem Strand konnten wir an Seelöwen bis auf 5 Meter herangehen … aber das Ganze mit viel Vorsicht, denn auch diese Tiere können plötzlich auf einen losgehen … was aber nicht passiert ist. Ein Seelöwe muss wohl bei Heidi Klum gelernt haben, sich in eine Topmodel-Position zu versetzen.
Weiter zu den Pinguinen. Mal rein ins Meer oder am Strand spazieren gehen sind wohl die Beschäftigungen, die wir vorwiegend sehen konnten. Es war einfach genial, diese Tiere so nah beobachten zu können.
Weiterfahrt zu den Albatrossen. Diese flogen über uns hinweg und ließen sich vom Wind treiben. Bei über 3 Meter Spannweite sind diese Vögel wirklich herrlich anzusehen.

02.03.10: Oamaru, Moeraki, Mount Cook … das Urlaubsende naht
Anfang März fahren wir über Dunedin nach Oamaru. Der Stadtkern ist wie aus dem frühen 19. Jahrhundert. Die Gebäude, Schilder, einfach alles – sogar teilweise die Kleidung, die die Menschen dort noch tragen. Muss man  gesehen haben.
Weiterfahrt nach Moeraki zu den “Moeraki Boulders”. Dort liegen kreisrunde Kugeln am Strand, die gigantische Ausmaße haben. Sie lagen lange Zeit unter dem Meer in Sand vergraben und wurden mit der Zeit vom Wasser freigespült.(Einer Legende der Māori nach entstanden die runden Felsblöcke jedoch auf ganz andere Weise. Sie sagen, es seien Flaschenkürbisse – eine traditionelle Speise der Māori. Diese sollen von dem großen Reisekanu Areiteuru gefallen sein, als das Kanu vor etwa 1000 Jahren Schiffbruch erlitt.)
Dann wieder quer über die Insel zum Mount Cook, dem höchsten Berg Neuseelands mit einer Höhe von 3754 Metern. Der Berg wurde 1894 von drei neuseeländischen Bergsteigern zum ersten Mal bestiegen, nachdem zuvor (1882) zwei Schweizer gescheitert waren.
Nach dem Zeltaufbau: drei Wanderungen am Mt Cook. Nur eine dreistündige Wanderung kann ich mitmachen, da mein Knie noch immer nicht so richtig mitspielt.
Herrliche Sonnenaufgänge am Morgen gegen 7 Uhr. Spektakuläre Fotos mit Regenbögen und Lichtspielen!
Der Urlaub ist fast zu Ende und wir fahren zum Zielort Christchurch (Ōtautahi), wo ich von meinem Freund Jürgen Schubach abgeholt werde. Mit ihm und seiner Frau Sylvia  werde ich noch einige Tage Christchurch unsicher machen … und ich brauche neue Schuhe, meine alten sind auf der Strecke geblieben. Ich trinke herrliches Bier aus Kölschgläsern, und es schmeckt auch noch wie Kölsch!
Der Urlaub, den ich leider ohne meine liebe Frau machen musste, wird unvergessen bleiben: Doch leider sind so meine Bilder und Erinnerungen die einzigen Zeugen. Ich rate jedem, dieses phantastische Land zu besuchen und sich selber einen Eindruck zu machen.
Ich hoffe, ich konnte Euch / Ihnen auf diesem Wege einen ersten Eindruck geben von meinen Erlebnissen und verabschiede mich, bis ich wieder in Köln bin.

Namibia 2012

Namibia 2012 – meine zweite große Reise seit ich “in Rente” bin. 2010 Neuseeland, jetzt Namibia.
Es ist Freitag, der 5.10.12, und ich stehe am Deutzer Bahnhof und warte auf den ICE nach Frankfurt Flughafen. Die Gruppe besteht aus 9 Personen. Ich fahre solo, meine Lebensgefährtin kann aufgrund ihres Berufes nicht mitfliegen.
Die Dame am Schalter der Air Namibia scheint genervt, warum auch immer, ich schaue ihr tief in die Augen und frage: “Warum?” Keine Antwort, aber sie schaut mir auch in die Augen.

Der übliche Ablauf  beim Check-In, dann heben wir um 20.10 Uhr ab. Zehn Stunden Flug liegen vor uns. Ich habe einen guten Platz erwischt und kann meine Beine ausstrecken. Die Nacht ist lang, und ich bin müde und döse so vor mich hin. Zwischenzeitlich unterhalte ich mich mit einem älteren Herren, der mir sagt, dass er aus Namibia kommt und nach dort ausgewandert ist. Ich erfahre Einzelheiten. So wird die Zeit nicht lang, und gegen 4 Uhr am Morgen geht die Bordbeleuchtung an. Es gibt Frühstück. Kaffee mag ich nicht, also nehme ich Tee. 6 Uhr – wir landen in Windhoek, und wie vorausgesagt stehen wir eine Stunde vor den Einreisebeamten, die sich jeden Einzelnen genau anschauen und das Kurzvisum verlangen. Bürokratie eben, wahrscheinlich von den Deutschen gelernt?! Dann in den Bus, der dort schon bereit steht, und ab über eine holprige Asphaltstraße zur Innenstadt von Windhoek. Ein gutes und reichhaltiges Frühstück in einem Café. Ich bestelle mir strammen Max und jetzt doch einen guten Kaffee.
Ich habe noch keinen Eindruck, aber der wird wohl kommen, wenn es dann in die „Wildnis“ geht zum Schießen …. um Fotos zu schießen natürlich.

Wir sind untergebracht im Hotel Safari am Rande Windhoeks, ein schönes und gutes Hotel. Frisch geduscht gibt es gleich eine Stadtrundfahrt. Morgen werde ich wohl die STILLE hören. Mal sehen. Mal hören.
Bis zum nächsten Internetanschluss, wann und wo … ich weiß es noch nicht. Aber schon jetzt glaube ich sagen zu können: Namibia ist ein  Land, wo es sich lohnt, mal hinzufliegen.

Der zweite Tag beginnt gegen 9.00 Uhr – Rund 370 km in Richtung Süden!
Das Land ist flach mit einigen kleinen Hügeln und riesigen Flächen mit gelblichem Gras, vereinzelte Büsche und Bäume. Ab und zu kontrolliert abgebrannte Flächen.
Hier und da mal ein Pavian am Strassenrand – eine richtige Einöde, die wir da durchfahren.
So erreichen wir die Anib Lodge im Godwana-Kalahari-Park – eine grüne Oase, in der rote Sanddünen einen scharfen Kontrast zum weißen Kalkgestein der Senke bilden.
Eine Tour durch die Kalahari mit einem Landrover für neun Personen bietet uns ein eindrucksvolles Erlebnis. Wir sichten Springböcke, Zebras, Strauße, Antilopen und eine Giraffenfamilie. Ich bin restlos begeistert, mein Fotoapparat vollbringt Höchstleistungen – das ist doch etwas Anderes als ein Zoobesuch! Und das Wetter ist einfach traumhaft: 30° und strahlend blauer Himmel: So kann es weitergehen!

Die Kalahari haben wir hinter uns gelassen und fahren weiter in Richtung Süden – Richtung Keetmanshoop und Fish River Canyon. Rund 400 km auf  Landstraße und Schotterpiste. Sieben Stunden Fahrt, die durch die Besichtigung eines Köcherbaumwaldes unterbrochen wird.
Weitere 100 km Schotterpiste trennen uns noch vom Godwana Canyon Park ankommen. Wir werden entschädigt durch eine herrliche Landschaft mitten in der Steppe. Am Felsen angeschmiegt liegen unsere Lodges. Wunderschön!!!!
Den Sonnenuntergang können wir in aller Ruhe genießen, weil wir deswegen auf einen kleinen Berg steigen, der auf dem Gipfel sogar einen Kühlschrank hat. Also Sonnenuntergang bei einem gepflegten Bier. Heute machen wir einen Abstecher zum Fish River Canyon,  dem zweitgrößten Canyon der Welt.

Morgen fahren wir weiter nach Aus und Lüderitz.

Den Fish River Canyon haben wir hinter uns gelassen und sitzen in aller Ruhe wieder in unserer Lodge vor dem kleinen, mit Reet gedecktem Häuschen. Die Gegend ist einfach faszinierend – rundum Steppe und Berge. Ein zahmes Kudumännchen springt um uns herum.
Wenig später relaxe ich im Pool, der zwischen Felsen eingebettet liegt. Und nun geht es nach Aus, zum Diaz-Kreuz (Der portugiesischeSeefahrer Bartolomeu Diaz landete 1487 als erster Europäer in der Großen Bucht. Bevor er weitersegelte, errichtete er traditionsgemäß ein Steinkreuz mit Wappen an der Diaz-Spitze auf der Lüderitzhalbinsel. – Quelle:Wikipedia) und nach Lüderitz. Wieder erleben wir die schon vertraute Schotterpiste – eine Herde Wildpferde kreuzt unseren Weg.
Der Abstecher zum Diaz-Kreuz ist von starkem Wind begleitet, so um 8 -9!
Dier Landschaft erscheint nahezu unwirklich, neben uns stehen Flamingos im Wasser. Wir übernachten in Lüderitz und besuchen am nächsten Tag die “Geisterstadt” Kolmanskuppe, eine alte “Diamantenstadt” (Die Wüste holte sich im Laufe der Jahrzehnte zurück, was der Mensch ihr abgerungen hatte. Die Häuser verfielen zusehends und in den Ruinen häufte sich der Sand Meter- hoch. Die Inneneinrichtung wurde teilweise zerstört oder mitgenommen. Kolmanskuppe war endgültig eine Geisterstadt. Nur ein zaghafter, zunächst auf Privatinitiative beruhender Museumsverkehr brachte gelegentlich ein bisschen Leben zurück. Erst als in den 1990er Jahren auch Lüderitz einen wirtschaftlichen Aufstieg erlebte, widmete man Kolmanskuppe wieder mehr Aufmerksamkeit. Man begann, einige erhaltenswerte Gebäude zu restaurieren, Räume wieder originalgetreu zu möblieren und nach und nach einen geordneten Museumsbetrieb einzurichten. –  Quelle: Wikipedia) Wir haben leider keinen Fund machen können!
Weiter geht es über die – na, Sie wissen es schon – Schotterpiste zur Namtib Farm, ein Biosphärenreservat. Auch hier wieder Natur pur! Klippdachse – uns eher bekannt unter dem Namen Klippschliefer – laufen über die Felsen.

Am Rand der Steppe werden wir in einer Lodge untergebracht, die uns alle begeistert.
Am Nachmittag nehmen wir an einer “Sanddünen-Tour” teil. Etwa 45 Minuten dauert die Fahrt dorthin, wo wir die Dünen in allen Schattierungen erleben. Das ist die sogenannte “Sossusvlei” deren Beschreibung in “Afrikaans so lauten würde: “Die kleipan by Sossusvlei, wat sowat een keer per dekade deur die Tsauchab-rivier gevul word. Dit is geleë in die sentrale Namib-Naukluft, westelike Hardap-streek, Namibië”.

Jeder bekommt eine Flasche mit Wasser und dann geht es ab – zu Fuß in die Dünen. Ein unvergleich- liches Farbenspiel erwartet uns. Die höchste Düne “Big Daddy” ist 326 m hoch. Wir befinden uns in eine Lehmbodensenke, die durch einen regenreichen Sommer ein wenig mit Wasser gefüllt ist. In diesem See sehen wir verdorrte Bäume – ein einzigartiges Eldorado für Fotos. (Quelle: Wikipedia)
Am nächsten Tag geht es zu unserem vorletzten Etappenziel im südlichen Namibia. Auf der Schotterstraße C19 fahren wir durch eine Steppe, abgelöst durch eine Steinwüste, wiederum abgelöst durch Berge und zum Schluss – kurz vor Swakopmund – eine Sandwüste. Einige Kilometer hinter dem Wendekreis des Steinbocks, am Gaubpass und nach einem kurzen Halt am Vogelfederberg können wir schon das Meer riechen.
Wir durchqueren noch kurz eine Geröllwüste, dann sind wir in Swakopmund. (Quelle: Wikipedia) In Walvis Bay sehen wir im Meer noch eine Menge Flamingos und bedrohlich aussehende rote Meeresquallen. Swakopmund empfängt uns kühl, besonders wenn man aus der Wüste kommt. Zwei Übernachtungen geben uns Zeit, diese Stadt genau anzusehen. Es werden Einkäufe getätigt, dann geht es zum letzten Etappenziel auf die Ondombo Jagdfarm; und ich warte auf den ersten Spaziergang über die Farm, wo es ebenfalls sehr viele wilde Tiere zu sehen gibt. Den nächsten Bericht schreibe ich in Deutschland, wo ich über Eindrücke und Bilder von der privaten Fahrt zur Etoschapfanne berichte.

Nach einer Superwoche durch den Süden Namibias mit hervorragenden Logdes sind wir nun auf der Jagdfarm Ondombo angekommen, wo wir 6 Tage bleiben werden.
Wir erhalten Einsicht ins Farmerleben und … wie schwer es ist, 14.000 ha zu verwalten. Die Größe ist abhängig davon, wieviel Rinder man hat, denn jedes Rind beansprucht eine bestimmte Menge Land. Außerdem muss das Land von Unkraut, in dem Fall Dornensträucher, befreit werden. Das tun die Farmer, indem sie entweder kontrollierte Brandrodung durchführen oder Hormone von einem Flugzeug versprühen lassen, damit die Sträucher kein Wasser mehr ziehen.
Wir besuchen das Wildcamp des Farmers, wo es eine Menge Tiere gibt. Verschiedene Antilopenarten, Leoparden, Wildschweine, Paviane, Giraffen usw.
Tags darauf gehe ich mit auf Jagd, es müssen Oryxe geschossen werden, das gibt Fleisch für die Küche, sowie für die Einheimischen, die auf der Farm arbeiten. Außerdem wird dadurch der Wildbestand im Gleichgewicht gehalten. Auch die Jäger bekommen Anweisungen, nur ältere Tiere zu schießen, oder eben die Tiere, die eine Übervölkerung darstellen.
Der elfjährige Sohn des Farmers und der Wildhüter leiten die Jagd. Der Kleine ist so clever und hat Augen wie ein Luchs, er sieht die Antilopen eher als ich, aber das ist auch in Ordnung, denn der Junge ist hier aufgewachsen und kennt sein Revier. Es werden drei Oryxe geschossen, alle liegen auf der Ladefläche des Rovers und dann passiert es: Wir haben eine Reifenpanne mitten in der Wildnis.
Schnell wird der Reifen gewechselt, man witzelt über Leoparden, die kommen können, dann geht es weiter, aber…. es kommt schlimmer, ein weiterer Reifen neigt sich dem Ende zu und die Luft entweicht schneller als gedacht. Es wird dunkel und eine zweites Ersatzrad hat man nicht mit. Also anrufen und warten. Ein Erlebnis – aber alles ist gut gegangen, und wir werden sicher mit einem Zweitwagen auf das Farmgelände gebracht.

Am Freitag haben ein Mitfahrer und ich eine Fahrt in die Etoshapfanne (Bildquelle: Wikipedia) angemeldet und um 6.30 Uhr geht es los. Etosha bedeutet in der Ovambosprache so viel wie “großer weißer Platz”. Es liegen ca. 300 km vor uns, das bedeutet 3 Stunden Fahrt über Asphalt und Schotter. Gegen 10.30 Uhr sind wie da und wir passieren das Tor. Zebras laufen über die Straße Giraffen fressen gerade an Bäumen, Antilopen und eine Herde Zebras löschen am ersten Wasserloch ihren Durst. Aber wir haben den Fokus auf Elefanten und Löwen gelegt und hoffen auf eine Trefferquote. An insgesamt fünf Wasserlöchern sehen wir immer das Gleiche, mal ist es eine Giraffe, ein Schakal, oder auch Wildschweine, die alle friedlich das Wasserloch teilen. Dann sehen wir auf der Fahrt zu einem Wasserloch plötzlich einen Löwen am Baum liegen. Dieses einmalige Schauspiel lassen wir uns nicht entgehen. Wir halten! Aber der Bursche schläft vor sich hin … wir wollen ihn jedoch stehen oder sitzen sehen, also greifen wir zu einer verbotenen List, ich werfe einen Apfel in seine Nähe, der ihn jedoch nicht interessiert, aber der leichte Aufprall des Apfels auf den Boden lässt ihn zumindest den Kopf heben. Er setzt sich auf und seine prachtvolle Mähne wird kurz geschüttelt. Er schaut uns an, aber der „Einzelgänger“
(das vermuten wir) interessiert sich nicht für uns und lässt uns unsere Bilder
schießen. Eine tolles Erlebnis, ein Löwe in freier Wildbahn und nicht im Zoo, das ist doch mal was Besonderes. Die Fahrt geht weiter durch die Etosha, und plötzlich sehen wir einen einzelnen Elefanten in einem Wasserloch stehen. Dort erleben wir, wie er sich mit weißem Schlamm bespritzt, um dann gemütlich zur Tränke zu gehen. Einfach herrlich diese Bilder, die uns vermutlich sehr lange im Kopf bleiben werden. Eine Straußenfamilie mit ca. 12 Jungen begleitet den Elefanten, Zebras streifen das Wasserloch, Antilopen laufen vorbei. Und wir schauen uns satt. Es geht weiter zum letzten Wasserloch, wo eine Elefantenherde vermutet wird. Die Uhrzeit stimmt, wir kommen pünktlich an und sehen sage und schreibe 28 Elefanten mit ihren Jungen dort grasen und trinken.
Ein ereignisreicher Tag geht zu Ende und wir haben Tiere und Natur “PUR” erlebt; doch meine Gedanken gehen nun langsam wieder in Richtung Deutschland, denn am Sonntag geht es zurück! Eine weitere Überlegung beschäftigt mich aber auch sehr stark: noch mal in dieses faszinierende Land zu fliegen, denn alles habe ich noch lange nicht gesehen.
Das war Namibia 2012, 16 Tage “Natur pur”.

Namibia 2016

Meine 2. Reise nach Namibia… in den Norden, mit Botswana und Viktoriafälle.
Es ist der 22.09.2016 und fahre mit der S-Bahn um 15.33 Uhr zum Kölner Hauptbahnhof. Von dort geht es mit dem Intercity, mit meinem  Bruder nach Frankfurt.
Abflug um 20.10 Uhr mir der Air Namibia.
Diese Reise hatte ich mir schon 2010 in den Kopf gesetzt, wo ich mir gesagt habe:

„Noch mal in dieses faszinierende Land zu fliegen, denn alles habe ich noch lange nicht gesehen.“
Jetzt ist es sowieit, ich fliege das 2.x nach Namibia.
Hier erstmal die Fahrstrecke:
Mit dem Mietwagen von Windhoek zur Ondombo Jagdfarm; von dort zur Etoscha Pfanne / Okaukuejo; weiter auf der B8 nach Karango. Jetzt beginnt das richtige Afrika.
An der Grenze zu Angola & Zambia fahren wir in Richtung Botswana.Nächste Übernachtung ist in Divundu. Die nächstern 455 KM bis Kasane im Chobe Nationalpark. Dort bleiben wir 3 Tage. Jetzt wieder zurück nach Divundu; Dann Richtung Grooffontain, Waterberg, Kalkbron im Westen. Weiter nach Swakopmund, dann wieder Windhoek. Insgesamt 5000 KM auf Teerstr. Schotter, Sand oder Kiesel.

Dubai 2015